Welche Kanäle nutzen Betriebe bei der Suche nach Lernenden? Wie findet der Austausch mit Lernenden im Betrieb statt? In dieser Serie befragen wir 2025 Betriebe aus dem Fahrzeugbau in der Schweiz zu den Hintergründen im Bereich der Ausbildung. Den Anfang macht die Fahrzeugbau Hager AG in Ottenbach mit Werkstattleiter und Ausbildner Alex Dragic (Bild: Alex Dragic, Mitte, mit seinen Lernenden Selma Gmür und Loris Pfister).
Alex, wie seid ihr als Betrieb vorgegangen, um neue Lernende zu finden?
Grundsätzlich gilt hier, möglichst breit zu suchen. Wir sind etwa beim Lehrstellenforum des Kantons Zürich mit dabei. Die Plattform bietet Schülerinnen und Schülern verschiedene Möglichkeiten, in Berufen zu schnuppern. Weiter organisiert das Forum auch eine Berufsmesse, an der die Jugendlichen ebenso direkt mit Betrieben ins Gespräch kommen. Da werden auch wir dieses Jahr mit einem eigenen Stand vertreten sein. Einer unserer Lernenden wird dabei den Jugendlichen aufzeigen, was er in seiner Lehre macht.
Du betreust aktuell mit Selma und Loris zwei Lernende im ersten Lehrjahr. Wie muss ich mir euren Austausch vorstellen?
Wir halten dies ziemlich unkompliziert. Vieles passiert im täglichen Umgang miteinander. Wenn sie eine Arbeit verrichten, fragen sie mich bei Unklarheiten und wir besprechen nach einer Arbeit, was sie gut gemacht haben und welche Aspekte sie noch verbessern können. Ebenso sprechen wir über ihre Erfahrungen aus der Berufsschule und wie es ihnen da läuft. Damit haben wir bisher sehr gute Erfahrungen gesammelt.
Welche Dynamik nimmst du im Team wahr, wenn es zwei Jugendliche integriert?
Ich glaube, für unsere Mitarbeitenden ist der Umgang mit Lernenden ebenso spannend und abwechslungsreich. Für gestandene Fachpersonen ist es jeweils schön, wenn sie ihr Wissen der Jugend weiter geben können und ihnen so direkt weiterhelfen. Für uns war die Aufnahme von Lernenden in meinen Augen nur positiv.
Wie gross ist der Aufwand bei der Betreuung der Lernenden?
Der hält sich in Grenzen und ist für uns als eher kleinen Betrieb machbar. Die Lernenden wechseln regelmässig die Abteilungen und kommen so immer wieder mit anderen Kolleginnen und Kollegen in Kontakt. Ich denke, dass dadurch auch bei den Lernenden der Lernerfolg ziemlich gross ist, da sie sich immer wieder in neuen Situationen zurecht finden müssen und können.
Alex, welche Bedeutung misst du der Ausbildung von neuen Fachkräften bei?
Für mich ist die Ausbildung zentral, speziell die Grundbildung im Handwerk. Aktuell nehme ich einen Trend zur Arbeit am Computer wahr bei Jugendlichen. Ich finde es daher umso wichtiger, die Jugend für unser Handwerk zu begeistern, denn am Ende braucht es an allen Orten gut ausgebildete Fachkräfte.